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ÜBER UNS

ÜBER DAS PROJEKT

Die Migration hat in den letzten Jahren dramatisch zugenommen; den Anforderungen eines vielfältigen, multikulturellen Klassenzimmers zu begegnen und ihnen gerecht zu werden, stellt Pädagog/innen auf allen Ebenen des Bildungsspektrums, sowohl europaweit als auch international, vor große Herausforderungen. Die Theorie der kultursensiblen Leistungsbeurteilung legt nahe, dass ethnische Minderheiten durch die Art und Weise der Leistungsfeststellung und -bewertung diskriminiert werden. Die Auswirkungen können besonders dann weitreichend sein, wenn die Beurteilung der Kenntnisse, Kompetenzen und Fähigkeiten zu jenen Übergangszeitpunkten stattfindet, die für den weiteren lern-, Berufs- und Lebensweg entscheidend sind. Anstelle einer "one-fits-all" Mentalität will ACRAS Methoden der kultursensiblen Bewertung entwickeln, die eine Differenzierung und Kontextualisierung des Lernens in einer kulturell angemessenen Weise ermöglichen. 

Strategien, die bisher für die Schaffung einer kulturell sensiblen Bewertung vorgeschlagen wurden, beinhalten die Verwendung von lokal validierten formativen Assessments (Tichá & Abery, 2016), die Hinzunahme von Kreativitätsaufgaben (siehe Kim & Zabelina, 2015) oder den Gebrauch mehrerer und vielfältiger Beurteilungsmethoden, um den Lernenden zusätzliche Chancen zu bieten, ihr Wissen unter Beweis zu stellen (Castagno & Brayboy, 2008; Qualls, 1998). Doch keine Studie, weder im Inland noch auf internationaler Ebene, untersucht die verschiedenen Herangehensweisen kultursensibler Leistungsbewertung von Lehrpersonen und vergleicht den Nutzen dieser Stratgien. ACRAS bemüht sich durch die Kollaboration mehrer europäischer Hochschulen darum, einen konzeptionellen Rahmen für bewährte Praktiken in der Bildungsbeurteilung für Schüler/innen mit Minderheits- und Migrationshintergrund sowie unterstützende Strategien (in Form eines Toolkits) zu entwickeln, um eine kultursensible Bewertung in der pädagogischen Praxis zu ermöglichen.  

Die erste Phase des Projekts umfasst eine Umfrage in Sekundarschulen (n≈120 pro Land), um Einstellungen und Methoden der Leistungsfeststellung und -bewertung zu erforschen, die von Pädagog/innen für die Bewertung von Schüler/innen mit Migrationshintergrund verwendet werden. Dieser erste Fragebogen richtet sich an Lehrer/innen und/oder Schulleiter/innen (n = 480). Nach der Umfrage werden etwa zwölf Schulen pro Land ausgewählt, die an einer vertiefenden Fallstudie teilnehmen.

Die Fallstudie wird versuchen, die Erfahrungen aller Beteiligten (z. B. Direktor/innen, Klassenlehrer/innen, Schüler/innen, Eltern) unter Verwendung eines multimethodischen Ansatzes (z.B. Interviews, Leistungsbeurteilungs-Biographie) zu sammeln. Die Fallstudien sollen 4224 Teilnehmer/innen aus den vier Ländern miteinbeziehen. Auf der Grundlage der Erkenntnisse aus den Erhebungen und Fallstudien werden gemeinsame Strategien und Stichprobenanalysen identifiziert und zu einem konzeptionellen Rahmen bewährter Praktiken der kultursensiblen Leistungsbeurteilung zusammengefasst.

 

References

Castagno, A. and Brayboy, B. (2008). Culturally Responsive Schooling for Indigenous Youth: A Review of the Literature. In: Review of Educational Research. Vol. 78. Washington: ERIC. p. 941 – 993.

Kyung Hee, K. and Zabelina, D. (2015). Cultural bias in assessment: Can creativity assessment help? In: International Journal of Critical Pedagogy. Vol. 6 No. 2. p. 129 – 47.

Tichá, R. and Abery, B.  (2016). Beyond the Large-scale Testing of Basic Skills: Using formative assessment to facilitate student learning.  In W. C. Smith (Ed.).  The Global Testing Culture: Shaping Education Policy, Perceptions and Practice.  Symposium. p. 153 – 170. 

4224 Schülerinnen und Schüler in 4 Ländern

ZIELE DES PROJEKTS

ACRAS hat acht Hauptziele.